Reineke Fuchs begleitet mich auf dem Weg von der einen zur anderen Seite der Straße des 17. Juni, bleibt umsichtig auf dem Mittelstreifen stehen und geht dann, nach rechts- und links schauend, gemächlich auf die andere Seite und verschwindet in aller Seelenruhe im Unterholz. Surreale Normalität der Großstadt.
Nicht mehr erwähnenswert sind die mehreren Füchse die Nachts meine Wege kreuzen, lediglich der Einzelgänger im Görlitzer Park, welcher durch die Drogenrazzia aus dem Gebüsch getrieben wurde und anschließend nach Nahrungsresten suchte. Einmalig sind die animalisch wild-scheuen Augen, welche stetig um sich schauen.
Bizarre Eisblumen bedecken ganze Fenster, Sonnenlicht lässt sie irisieren und noch unwirklicher erscheinen. Beim Ein- und Ausatmen durch die Nase gefriert die Atemluft in dieser und die zusammen gefrorenen Härchen fangen jäh an zu zwicken und zu kribbeln. Dabei ist es schön dem kondensierenden Atem zuzuschauen. Die Eisschollen treiben leise aneinander schrappend die Spree herunter, kalter Rauch steigt langsam aus den Schornsteinen in den rotblauen Abendhimmel empor. Nur rasch weiter, um nicht vor Kälte zu erstarren, noch schnell den wärmenden Schal enger um den Hals schlingen, der tiefgefrorene Schnee knirscht unter den Schuhsohlen. Keine Zeit für den alten Mann, der ihr zaghaft in leicht gebeugter Haltung das Obdachlosenmagazin entgegen hält, mit diesem vor Kälte rot gewordenen Gesicht und diesen dennoch freundlich warmen Augen, keinen Augenblick um ihn auch nur anzuschauen und vielleicht gar aufmunternd ein wenig zu lächeln. Stattdessen den Pelz enger um den Körper schmiegen, die Dior Handtasche an die Schulter raffen, mit festem Schritt die Augen starr geradeaus richten und das “einen schönen Abend noch” mit versteinerter Miene übersehen.
und dann war da der unglaublich korpulente Mann auf dem Motoroller, nebenbei frage ich mich wieso es eigentlich überproportional viele schwergewichtige Rollerfahrer gibt, der mit einem kleinen Anhänger und stolzer Haltung den Einkauf tätigt. Bei der Rückkehr hupt er seine Frau aus der Wohnung, damit sie das Eingeholte die Treppen hinauf in den Kühlschrank bugsiert. Dies geschieht mit einer dummdreisten Selbstverständlichkeit, dass es einem die Sprache verschlägt. Nichts desto trotz überhört sie mitunter das fiepsige Hupen, so dass er ungehalten, atemlos und mit rotem Kopf den Klingelknopf betätigt, Motorroller Fahren ist schließlich anstrengend, um seine bessere Hälfte doch noch aus dem Bau zu locken. Für ihn Grund genug sich zu echauffieren und es zu einer Schimpftirade kommen zu lassen. Respekt
In der zwielichten Dunkelheit erscheinen plötzlich zehn schemenhafte Gestalten dicht aneinander gedrängt, gehen geschlossen festen Schritts im naßkalten Nieselregen durch den abendlich finsteren Park. Jedem zu seiner Seite ein Hund mit einem blau blinkenden Halsband. Ein merkwürdig anmutendes Gebaren zu dieser Zeit und bei diesem Wetter. Warum diese sektenartige Rudelbildung, was soll mir das sagen
40th Anniversary of Tago Mago from Can. Not only due to the release 1971 is a good vintage. In celebration of that masterpiece there is a suitable exhibition at Künstlerhaus Bethanien and I really enjoyed to drop in there. A whining muttering bass, a bird of unexpected lines, audio-visual ubiquity and many headphones. Perfect to start into a long night of dancing.
Die Ästhetik in ihrer höchsten Vollendung. Heerscharen glücklicher Menschen folgen seit Generationen dem Ruf der weißen Tennissocke.
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